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Daniel Odier



WAS TUN ?



In Krisenzeiten kommt die Angst zum Vorschein und alles ist recht, um ihr zu entfliehen. Das äußert sich vor allem in einem Zitierwahn von Meistern aller Traditionen, der seine Blüten und Knospen treibt wie der Frühling, der uns umgibt, doch das Bombardement der erhabenen Phrasen verblendet uns. Sehnsucht nach einer Vergangenheit in der wir uns in die Arme schlossen, Erträumen einer Zukunft in der dies aufs Neue möglich sein wird, Verlangen nach einer Durchmischung der Ängste mittels der sozialen Netze, in Erwartung einer tiefgreifenden Revolution unserer Art des Seins auf dieser Welt um jeden Preis der Einsamkeit entfliehen. Diese Rastlosigkeit erlaubt uns nicht, in das Herz des Geschenks einzutauchen, das uns gegeben ist: Stille und Einsamkeit.

Rar sind jene, die sich dem Raum der Stille hingeben, der durch die Einsamkeit eröffnet wird. Die innere Stille ist ein spirituelles Konzept. Rar sind jene die sie kennen, doch bedenkt eines: alle wunderbaren Zitate, die ihr postet, so inspirierend sie auch sein mögen, entspringen der Stille und laden euch in die Stille ein. Öffnet in euch die Empfindsamkeit für die Rückkehr zur Quelle des Herz/Bewusstseins durch das Verstehen, dass die Stille dem Atem entstammt, dass sie sich durch die Abwesenheit eines inneren Dialogs zeigt und nicht durch die Einstellung der geistigen Tätigkeit und dass die Stille sich durch eine einfache und ansteckende Freude zeigt, die organische Freude des Spanda.

Atem, Gewahrsein, innere Stille, Freude. Die Abfolge ist einfach.

Nachdem die Stille ein Konzept ist und wir sie nur selten ausprobieren, was können wir tun, um sie außerhalb der Meditation zu erleben?

Musik, die Künste, die Faszination der Wirklichkeit bringen innere Stille hervor.

Die Mikropraktiken bringen uns ohne Umschweife in diese Stille ohne Umschweife.

Die spirituelle Überernährung schafft im Gegensatz dazu eine größere Verwirrung, eine größere geistige Irrfahrt.

Ein einziger Augenblick der Einheit mit der Wirklichkeit ist reicher als die Anhäufung allen Wissens.

Das Herz findet sich nicht im Außen.

Zurück zur Quelle.

Das Herz findet sich nicht im Innen.

Die Quelle ist die Totalität!


Übersetzung: Florentine Czujan-Faltin